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5 Fragen an Christian Amberger …
„Die Tankstelle der Zukunft“

Individuelle Mobilität ermöglicht uns Selbstbestimmung und Freiheit. Das Symbol hierfür ist und bleibt die Tankstelle, als Ort zum Auftanken und der Begegnung.  Im Zuge der notwendigen klimaneutralen Um- und Neugestaltung des Straßenverkehrs- und Wärmesektors wird sich die Tankstelle verändern. Wie also wird sie zukünftig aussehen?

1) Herr Christian Amberger, wenn Sie an die „Tankstelle der Zukunft“ denken, was fällt Ihnen als Erstes ein?

„Bei uns fängt Zukunft jeden Tag neu an. Zukunft ist ja schon morgen. Wir beschäftigen uns daher jeden Tag damit, wie wir die Wünsche der Kunden zeitnah erfüllen können. Beim Thema Tankstelle der Zukunft denke ich in aller erster Linie an synthetische Kraftstoffe. Nicht so sehr an Strom oder andere alternative Energien.

Bei allen Visionen müssen wir realistisch sein und sehen, was wirklich Sinn ergibt an der Tankstelle der Zukunft anzubieten. Und das sind E-Fuels, weil es einfach die effektivste Form ist, Fahrzeuge zu bewegen. Hierbei wird die Energie am besten verdichtet – auf einen kleinen Tank konzentriert. Diese Technologie wird immer einen Vorteil haben gegenüber der Wasserstoff-Technologie, Brennstoffzellen oder Elektromobilität mit Batterien. Es werden weiterhin flüssige Kraftstoffe sein, die wir an den Tankstellen verkaufen, die synthetischen Kraftstoffe. Das ist für mich die Tankstelle der Zukunft.“

2) Sie glauben also nicht daran, dass die Zapfsäule der Zukunft eine Steckdose ist?

„Es wird zukünftig natürlich deutlich mehr Batterie-Fahrzeuge geben, keine Frage. Doch wo werden die meisten Menschen ihre Batterien aufladen? Zu Hause in der Garage, am Arbeitsplatz oder dem Supermarkt – nicht jedoch an der Tankstelle. Es wird zwar auch Schnellladestationen geben, doch ich bezweifle dass viele Menschen bereit sind 30, 40 oder 50 Cent mehr für die Kilowattstunde zu bezahlen. An einer Tankstelle muss es weiterhin schnell gehen, daran wird sich nichts ändern. Wir sollten ganz generell nicht zu sehr abheben und zum Beispiel an Hubschrauberlandeplätze oder Konferenzräume denken. Wir werden auch weiterhin flüssige Kraftstoffe anbieten, aber natürlich klimaneutrale Kraftstoffe.“

preloader image Christian Amberger vor einer Allguth Station

Christian Amberger, Allguth Geschäfstführer und Inhaber

3) Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf Ihre Sicht der Dinge?

„Wir haben in den zurückliegenden Monaten gesehen, dass sehr deutlich unterschieden wird zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Betrieben. Damit müssen wir uns auseinandersetzen und verstehen, was das bedeutet. Wir sind mit unseren Allguth Stationen systemrelevant und müssen darauf achten, das auch langfristig zu bleiben. Das heißt, wir wollen und werden unseren Kunden Produkte anbieten, die Sie als Mensch zwingend und ganz grundlegend benötigen. Insofern wird es sicherlich eine Erweiterung des Produktangebots an unseren Stationen geben in die Richtung, die wir bereits heute aktiv forcieren.“

4) Welche Produkte dürfen die Allguth Kunden zukünftig dann erwarten?

„Bei der Allguth geht es seit jeher mehr als nur um das Tanken. Mit unseren Angeboten von Getränkemarkt über Shop und Bistro bis hin zur Waschstraße sind wir ein innovatives Servicezentrum rund um individuelle Mobilität. Was die Zukunft bringt? Die Fahrzeuge unserer Kunden benötigen natürlich weiterhin Energie, aber auch die Menschen, die darin sitzen. Und da steht für uns das Thema Lebensmittel im Vordergrund: Getränke und Lebensmittel. Es geht aber auch über die reinen Lebensmittel hinaus. Dazu gehören zum Beispiel Drogerieartikel oder auch Teile des Angebots einer Apotheke. Natürlich keine  verschreibungspflichtigen Arzneimittel, aber ganz gängige Arzneimittel, die viele Menschen einfach benötigen. Die wichtigsten Artikel des täglichen Lebens werden sie in unserem Sortiment finden. Wir sollten uns auf die Basis konzentrieren: Was benötigen mobile Menschen wirklich?“

5) Wie wird sich die Umgebung verändern, in der Allguth Stationen erreichbar sein werden?

„Gerade in einer Großstadt wie München wird der Raum weiter verdichtet und noch weniger Platz zur Verfügung stehen. Das bedeutet, sie müssen in die Höhe bauen. Tankstellen, so wie wir sie üblicherweise kennen, werden in Zukunft nicht mehr gebaut werden. Das wird aber nicht bedeuten, dass wir nur noch im Keller tanken, nein. Unsere Allguth Stationen werden auch weiterhin hell, transparent und offen sein, auch wenn über der Station dann noch weitere Dinge angesiedelt sein werden. Zum Beispiel der Lebensmitteleinzelhandel, Park-Decks oder Wohnungen.“